Atrium

Ein Atrium- Garten entsteht 

Wir kaufen einen u-förmigen Bungalow, Baujahr 1969. Er umschließt einen etwa 100 Quadratmeter großen Innenhof, der von der Straße her nicht einsehbar ist.
Außer drei Koniferen, einem Rhododendron, Steinplatten, Kies und einigen kümmerlichen Pflänzchen finden wir nichts vor. Das ist für die Umbauarbeiten, die wir an dem Haus vorhaben, praktisch: Lagern von Materialien, Abklopfen neu zu vermauernder Steine usw. - doch dann sind wir so weit, dass dieser Gartenbereich auch umgestaltet werden kann.
 Dieser Innenhof soll, nach den Worten eines Freundes, “unser schönstes Wohnzimmer” werden.
Hier die einzelnen Schritte:

1. Strukturieren der vorhandenen Fläche
Einen guten Teil der vorhandenen Steinplatten nehmen wir heraus, um Platz für Anpflanzungen zu schaffen - sie finden Verwendung für den Boden eines “Bike-Ports” an der Straßenseite. Die restlichen Platten drehen wir um, weil sie auf der Unterseite eine schöne warme Rotfärbung haben. Zusätzliche Pflasterungen mit kleinen Granitsteinen strukturieren die entstehenden Wege und nehmen Bezug zu einem Rosenbogen und der zentralen Mittelfläche, auf der ein Brunnen entstehen soll der Steingarten am Anfang

Mit den gleichen Granitsteinen pflastern wir an der Nordseite spiralförmig einen Platz für eine kleine Sitzgruppe, um dort an heißen Sommertagen einen Schattenplatz zu haben (”Eiger Nordwand”). 

2. Bauen einer Pergola und einer Fahrradüberdachung
Zunächst befürchten wir, dass der verhältnismäßig kleine Innenhof durch  zusätzliche Einbauten kleiner werden könnte. Nach ausführlichen Gesprächen mit Fachleuten wird uns klar, dass das Gegenteil der Fall ist. Durch Schaffen zusätzlicher Binnenräume wirkt der Gesamtraum größer! Die Pergola wird so gestaltet, dass sie von der Schlafzimmer-Terrassentür her wie ein Gang wirkt, dass sie den Sitzplatz an der Mauer einrahmt und in ihrer Verlängerung eine harmonische Verbindung zu dem Bikeport (der Fahrradüberdachung) herstellt

Eine Pergula entsteht

Die fertige Pergula im Garten

3. Im Zentrum: der Brunnen
Der Springbrunnen soll das Binnenklima positiv beeinflussen und mit seinem Plätschern ein angenehmes Gegenstück zu den vorüberfahrenden Autos sein. Das Haus liegt an einer tagsüber stark befahrenen Straße, erst nach Feierabend kehrt einigermaßen Ruhe ein. Dann ist dieses Wassergeräusch ausgesprochen        wohltuend.
Wir schachten , 50 cm tief, eine 1m mal 1m große Fläche aus. Die steilen Seitenwände dieser Ausschachtung stabilisieren wir mit den überzähligen Steinplatten (hochkant, 50 cm breit!). Wir umfassen den entstehenden Brunnen mit passend zugesägtem Schwellenholz (Bongossi), jeweils zwei Schwellen übereinander, damit wir auf dem Brunnenrand sitzen können. Jetzt ziehen wir eine wasserdichte Folie ein  und befestigen sie mit Bohlen, die auf die Schwellenhölzer aufgeschraubt werden. Auf die Steinplattenkanten passt nun genau ein 1m mal 1m großes Metallgitter (in jedem Baumarkt zu kaufen, mit einem herausnehmbaren kleinen Einsatz, durch den man die Pumpe einsetzen kann). Das Gitter decken wir mit schönen Steinen ab, die wir auf unseren Reisen gesammelt haben.
Wir füllen Wasser auf, schließen die Pumpe an und freuen uns über unser Meisterwerk

Der Brunnen im Zentrum des Gartens

4. Ein Platz  zum Frühstücken
Besonders im Frühjahr freuen wir uns über jeden Sonnenstrahl und warten darauf, dass die Sonne morgens die Höhe erreicht, bei der sie in den Innenhof scheint. Das tut sie zuerst an der Ostwand. So entsteht die Idee, dort ein Plätzchen zum Frühstücken einzurichten. Der Streifen zwischen Durchgang und Wand ist sehr schmal. Es dauert lange, bis wir eine entsprechend kleine Bank gefunden haben. Einer sitzt nun auf dem Brunnenrand, der andere auf der Bank, dazwischen ein schnell aufgebauter Camping-Tisch. Klar, dass auch dieser Sitzplatz einen Namen braucht: “Am Brunnen vor dem Tore”!

Gartenbank vor dem Brunnen

5. Pflanzen
Viele Stauden haben wir bei unserem Umzug (im März) mitgebracht, eine ganze Reihe kommen hinzu. So wachsen inzwischen an der Pergola wilder Wein, Montana Rubens, roter und weißer Wein, Geißblatt, am Rosenbogen New Dawn, um den Brunnen herum Hauswurz, immergrüner Farn, Gräser, vor den weißen Wänden Stockrosen - und eine Vielzahl von Blumen, die uns durch die Jahreszeiten begleiten.

6. On the sunny side of the street
Zwar liegt das Haus an dieser tagsüber stark befahrenen Straße, aber nur dort scheint die letzte Abendsonne - und es wird ruhig: ein schöner Platz, um dort zu sitzen, zu lesen oder mit Nachbarn oder Passanten ein Schwätzchen zu halten.
Den Streifen  vor dem Haus fassen wir mit Schwellenholz ein, damit ein privater Raum, eine optische Trennung zum Fußweg entsteht. Der Platz für die Bank, neben dem Eingang zum Haus, pflastern wir mit rötlichen Granitsteinen. Die Bank zimmern wir aus Restholz selbst und verankern sie am Haus. An der Hauswand befestigen wir eine angewinkelte Rückenlehne. Eine Kletterhortensie, Gräser und ein Buchsbaum rahmen den Sitzplatz ein.